Ovid - Arachne

Arachne Pallas hörte den Ruhm der Mäonerin, jener Arachne, Daß sie ihr selbst nicht weiche mit künstlicher Wollebereitung. Nicht durch den Adel des Ortes noch der Herkunft war sie gepriesen, Sondern durch Kunst. Ihr Vater, der Kolophonier Idmon, Pflegt' in phokäischen Purpur die trinkende Wolle zu tauchen. Tot war die Mutter bereits, auch sie aus niedrigem Volke, Und dem Vermähleten gleich. Doch fand in den lydischen Städten Jene durch edelen Fleiß denkwürdigen Namen, wiewohl sie Stammt' aus kleinem Geschlecht, und wohnt in der kleinen Hypäpa. Anzuschaun der Arachne bewunderungswürdige Arbeit, Kamen die Nymphen daher von den Weinhöhen ihres Tymolos, Kamen aus ihrem Gewässer daher paktolische Nymphen. Nicht nur gewordene Zeuge vergnügte sie dort zu betrachten, Sondern die Werdenden auch: so paarte sich Kunst mit der Anmut! Ob sie die rohere Wolle zuerst aufwickelt' in Ballen; Ob mit den Fingern ihr Werk sie lockerte; oder ob krempelnd Feiner sie zog und feiner die nebelähnlichen Vliese; Ob sie mit hurtigem Daum umschwang die gerundete Spindel; Ob mit der Nadel sie stickte: gewitziget schien sie von Pallas. Doch sie leugnet die Lehrerin ab, und beleidiget ruft sie: Streite die Göttin mit mir! nichts ist, was besiegt ich verweigre! Pallas nimmt der Greisin Gestalt, und fälscht um die Schläfen

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