Mit Dauthendey durchs Jahr - Leseprobe

6 –––––––––––––––––––––––––––––––––––––– –––––––––––––––––––––––––––––––––––––– 7 Max Dauthendey, 1867-1918 – Vita und Werk V I T A Am 25.Juli 1867 wurde Max Dauthendey in Würzburg geboren und wuchs hier als Sohn wohl- habender Eltern auf. Er durfte eine glückliche Kindheit erleben. Schon in frühester Jugend galt sein Interesse eher der Dichtkunst und Malerei als schulischem Lernen. Sein Vater, der ein Photoatelier in der Kaiserstraße besaß, hatte ihn zum Nachfolger in seinem Geschäft bestimmt, was den Interessen seines Sohnes diametral widersprach. Erst gegen 1891 konnte er sich von der Bindung an seinen Vater lösen. Er versuchte sich als freischaffender Dichter in Berlin und Paris mehr oder weniger über Wasser zu halten. Bei einer seiner Reisen in den skandinavischen Raum lernte er seine Frau kennen, die er 1896 heiratete. Durch den Tod seines Vaters im gleichen Jahr zu Vermögen gekommen, unter- nahm er mit seiner Frau Reisen durch Nordamerika, Mexiko, Griechenland. Bis ca. 1905 lebte das Ehepaar Dauthendey in Paris, zwischendurch aber auch immer wieder in Würzburg, das ihm stets Heimat blieb. In den Jahren 1905 bis 1906 machte er sich auf zu einer Weltreise, die ihn u. a.nach Ägypten, Indien, China und Japan führte. Dauthen- dey war ein empfindsamer Künstlertyp, der seine eigenen Vorstellungen vom Leben hatte und sich reichlich wenig um die für ihn so profane Dinge, wie die Sorge um das tägliche Leben, kümmerte. Er wollte ´genießen`, verließ sich stets voll auf die Unterstützung seines Umfeldes. Wirtschaftliche Engpässe, ja sogar auch Not, waren folglich seine ständigen Begleiter. Dennoch zog es ihn immer wieder hinaus in die Welt. Die zweite Weltreise, die er unternahm, hatte für ihn fatale Folgen. Über Arabien und Java reiste er nach Neuguinea. Auf Java wurde er vom Ausbruch des 1. Weltkrieges überrascht und wegen seiner deutschen Staatsange- hörigkeit interniert. Selbst sehr einflußreiche Persön- lichkeiten wie Bernhard Shaw, die sich für ihn einsetzten, gelang es nicht, seine Freilassung und Rückkehr nach Deutschland zu erreichen. Vier Jahre verbrachte der bereits zu Beginn seines Zwangsauf- enthaltes auf Java an Malaria erkrankte Dauthendey an wechselnden Orten der ostasiatischen Inselwelt. Hier entstanden auch viele seiner Gedichte und Aquarelle. Am 29. August 1918 verstarb er in Malang auf Java an Malaria. Sein Leichnam wurde nach Würzburg überführt und auf dem Hauptfried- hof beigesetzt. WE R K Die von Farben und Tönen bestimmte ungebundene und rhythmische Lyrik und Prosa machte Dauthen- dey zu einem der bedeutendsten Vertreter des Impressionismus in Deutschland. Seine Werke sind bestimmt von der Liebe zur und der Ästhetik der Natur. Mit virtuoser Sprachbegabung setzte er seine Sensibilität für sinnenhafte Eindrücke in impressio-

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